Im Mikrokosmos der täglichen Bürobeziehungen offenbaren
sich oft psychologische Anomalien, die interessanter
sind als Begegnungen mit Politiker oder Schauspieler XY.
Die ansonsten über ordinäre Zustände erhabene Chefin, durch
und durch gebildet und eitel, lässt seit Kurzem zwei Hunde auf ihrem
Schreibtisch sitzen.
Die zwei Untergebenen richten den ganzen Tag reglos
ihre Blicke auf die Köngin im Bürostuhl, zollen ihr schweigend
Aufmerksamkeit und Respekt. Wenn es der schwer Nahbaren beliebt,
drückt sie auf eine der Stoffpfötchen -
und die Hundepuppe singt auf Kommando Frank Sinatra und bewegt das
Köpfchen allzu menschlich dazu.
Die infantile Königin bricht in ein lautes Unterschichtslachen aus, greift
das singende Hundeschätzchen und präsentiert es unter Tränen dem Bürovolk.
Das hat die wundersame Vorstellung zwar schon mehrmals beobachten
dürfen, weiß aber das lauwarme Lächeln ernst gemeint aussehen zu lassen.
Ein anderer Kollege ist ganz verfärbt vom täglichem Umgang mit
Bekannten und Reichen und hält sich nun selbst für beides.
Statt eines Dienstleisters sieht er sich als Gönner, der Seinesgleichen
oder gar Minderwertigen in höchsten Maßen entgegenkommt.
Für seine einzige Aufgabe, Kollegen mit flugrelevanten Informationen zu versorgen, fühlt er sich in keinster Weise verantwortlich. Als Zeichen seiner Gunst und Güte lässt er diese nur sparsam und unregelmässig zustellen.
Für seine Arbeit sind profunde Computerkentnisse unerlässlich.
Dass er über keine verfügt, hat er während seines Urlaubs bewiesen.
Auf all unseren Bildschirmen flimmert er und sein Freund, nackt und am
Strand. Nackt und mit Bier. Nackt mit anderen Männern, im Meer, auf Sylt,
stolze Vergleiche mit Fremden, von hinten und von vorne.
Das elektronische Fotoalbum wollte er sicher nur an Eingeweihte schicken und nicht an die Kollegen, dem Chef, dem Vorstand und an über 30 weiteren Adressen.
Nächste Woche endet sein Urlaub und wir erwarten breit grinsend eine neugeborene Demut in ihm.
VIP
Wahnsinn aus nächster Nähe
Sonntag, 8. August 2010
Mittwoch, 19. Mai 2010
Money makes the world go round
Vielleicht lag es daran, dass ich mehrere Tage hintereinander
von 04.00 Uhr - 16.00 Uhr gearbeitet und dabei zu wenig
gegessen und getrunken habe, aber letzten Freitag war ich nach der Lektüre zweifelhafter Sekundärquellen davon überzeugt, dass die
Einführung der D-Mark II kurz bevor steht!
(Inzwischen diskutiert auch die Financial Times diese Option,
aber als eine unwahrscheinliche.)
Meinen mageren Überschuß an Geld habe ich deshalb in einer
bedenklich schnell gewachsenen Panik zum nächsten Supermarkt getragen und gegen haltbare Lebensmittel getauscht! Wenn in meinem Unterschichtsviertel erst mal die Mülltonnen brennen, werd ich mir ohne Beistand von einem angesehenen Bandenchef nicht mal eine Suppendose erkämpfen können!
Eingedeckt mit Mehl, Zucker, Salz, Sauerkraut, Kaffee und Würstchen für die
nächste Dekade habe ich das Wochenende über sämtliche Wirtschaftsnachrichten, Kurse und Expertenmeinungen konsumiert. Widersprüchliche Aussagen in absoluter Unübersichtlichkeit haben sich über die Tage wie eine dicke Decke über mein aufgebrachtes Gemüt gelegt.
Inzwischen befinde ich mich in einem taoistischen Zustand, der zum größten
Teil auf meinen gesicherten Nahrungsmittelreserven beruht.
Letzte Woche hat ein Russe 150.000 Euro in bar mit sich geführt und beim deutschen Zoll angemeldet (ab 10.000 Euro ist man dazu verpflichtet).
Der offenkundig unbeeindruckte Zollbeamte:
"where did you get that from?"
... "mixed jobs"
"and what are doing with it?"
...."entertainment"
sprachs und flog nach Paris.
Geld ist nur ein künstlich erschaffenes Konstrukt, eine Illusion,
ein Spiel, das trotzdem unser Leben bestimmt.
Der Russe hat mir gezeigt, dass Geld relativ ist
- und man selbst für den beigemessenen Wert die Verantwortung trägt.
von 04.00 Uhr - 16.00 Uhr gearbeitet und dabei zu wenig
gegessen und getrunken habe, aber letzten Freitag war ich nach der Lektüre zweifelhafter Sekundärquellen davon überzeugt, dass die
Einführung der D-Mark II kurz bevor steht!
(Inzwischen diskutiert auch die Financial Times diese Option,
aber als eine unwahrscheinliche.)
Meinen mageren Überschuß an Geld habe ich deshalb in einer
bedenklich schnell gewachsenen Panik zum nächsten Supermarkt getragen und gegen haltbare Lebensmittel getauscht! Wenn in meinem Unterschichtsviertel erst mal die Mülltonnen brennen, werd ich mir ohne Beistand von einem angesehenen Bandenchef nicht mal eine Suppendose erkämpfen können!
Eingedeckt mit Mehl, Zucker, Salz, Sauerkraut, Kaffee und Würstchen für die
nächste Dekade habe ich das Wochenende über sämtliche Wirtschaftsnachrichten, Kurse und Expertenmeinungen konsumiert. Widersprüchliche Aussagen in absoluter Unübersichtlichkeit haben sich über die Tage wie eine dicke Decke über mein aufgebrachtes Gemüt gelegt.
Inzwischen befinde ich mich in einem taoistischen Zustand, der zum größten
Teil auf meinen gesicherten Nahrungsmittelreserven beruht.
Letzte Woche hat ein Russe 150.000 Euro in bar mit sich geführt und beim deutschen Zoll angemeldet (ab 10.000 Euro ist man dazu verpflichtet).
Der offenkundig unbeeindruckte Zollbeamte:
"where did you get that from?"
... "mixed jobs"
"and what are doing with it?"
...."entertainment"
sprachs und flog nach Paris.
Geld ist nur ein künstlich erschaffenes Konstrukt, eine Illusion,
ein Spiel, das trotzdem unser Leben bestimmt.
Der Russe hat mir gezeigt, dass Geld relativ ist
- und man selbst für den beigemessenen Wert die Verantwortung trägt.
Freitag, 7. Mai 2010
Du weisst, daß du den richtigen Job hast, wenn..
...der Pilot von einem Airbus dir anerkennend das "thumbs up" Signal
gibt, weil du neben ihm in einem Porsche Panamera fährst.
Als ich zum ersten Mal in dem Auto saß, habe ich einige respektvolle
Minuten nur mit Blick auf das Interieur verbracht, das ergonomisch perfekt
auf Männerhände angepasste Lenkrad befühlt und den Duft eines neuen Autos
genossen.
Meine neue Liebe hat soviele Geheimnisse und Funktionen
(der Wrrrrumm-Wrrrrumm Knopf aka Sport Modus),
sie ist so wunderschön und heißbegehrt
(eine Kollegin wollte sie mir heute grundlos und herrisch
abnehmen- BRING IT ON BITCH!),
sie gehört mir!
Die kraftvolle Motorenmusik beim Starten und Beschleunigen geht bis in die
Fingerspitzen und endet in meinen Mundwinkeln als Lächeln. Egal ob
Minister, Prinz oder Mogul, alles bedeutungslos vor ihrem Angesicht.
Das schönste Kompliment, das mir ein alter Russe gemacht hat war,
als er sagte, dass dieses Auto gut zu mir passt.
Ja, ich will!
gibt, weil du neben ihm in einem Porsche Panamera fährst.
Als ich zum ersten Mal in dem Auto saß, habe ich einige respektvolle
Minuten nur mit Blick auf das Interieur verbracht, das ergonomisch perfekt
auf Männerhände angepasste Lenkrad befühlt und den Duft eines neuen Autos
genossen.
Meine neue Liebe hat soviele Geheimnisse und Funktionen
(der Wrrrrumm-Wrrrrumm Knopf aka Sport Modus),
sie ist so wunderschön und heißbegehrt
(eine Kollegin wollte sie mir heute grundlos und herrisch
abnehmen- BRING IT ON BITCH!),
sie gehört mir!
Die kraftvolle Motorenmusik beim Starten und Beschleunigen geht bis in die
Fingerspitzen und endet in meinen Mundwinkeln als Lächeln. Egal ob
Minister, Prinz oder Mogul, alles bedeutungslos vor ihrem Angesicht.
Das schönste Kompliment, das mir ein alter Russe gemacht hat war,
als er sagte, dass dieses Auto gut zu mir passt.
Ja, ich will!
Samstag, 17. April 2010
FFM
Die Wolke
Leider konnte ich heute nicht arbeiten.
Morgen auch nicht.
Blöde Wolke...
Fast wollte ich einen Vergleich zu
dem Buch "Die Wolke" ziehen, aber so schlimm
ist es ja auch nicht.
Tatsächlich feiern ja viele die Wolke als Bezwinger
des Flugverkehrs und den damit verbundenen CO2 Austoss.
Aber keine Sorge: ein Teil wird einfach sofort durch Auto/Bahn
in die Atmosphäre gepumpt, den Rest holen wir nach dem OK
der Flugsicherheit wieder auf!HA!
Statt eines raffinierten Eintrags deshalb ein kurzes aber
kunstvolles Haiku:
Von Ost die Morgensonne
kein Flugzeug
am Himmel nur Asche
Wie geht nochmal der Regentanz?
Morgen auch nicht.
Blöde Wolke...
Fast wollte ich einen Vergleich zu
dem Buch "Die Wolke" ziehen, aber so schlimm
ist es ja auch nicht.
Tatsächlich feiern ja viele die Wolke als Bezwinger
des Flugverkehrs und den damit verbundenen CO2 Austoss.
Aber keine Sorge: ein Teil wird einfach sofort durch Auto/Bahn
in die Atmosphäre gepumpt, den Rest holen wir nach dem OK
der Flugsicherheit wieder auf!HA!
Statt eines raffinierten Eintrags deshalb ein kurzes aber
kunstvolles Haiku:
Von Ost die Morgensonne
kein Flugzeug
am Himmel nur Asche
Wie geht nochmal der Regentanz?
Samstag, 10. April 2010
Afrika, Afrika!
Obwohl ich kein Freund von Stereotype bin,
ist es genau wie mit den Jura Studenten:
man hat gehört, dass die meisten sich für
die legitime Schaumkrone allen Seins halten -
und man will es als guter Mensch erst mal nicht
glauben-
bis man leibhaftig sehen muss, wie Ken und Barbie
mit Segelschuhen und Perlen behaftet ihrem
Oberschichtsleben entgegen taumeln.
Über Eritrea hingegen weiss ich ohne Wikipedia nur,
dass es in Afrika liegt.
Und ihre diplomatischen Pässe aussehen, als
hätten sie für die Herstellung einer Horde
Affen Stempel und Papier in die Hand gedrückt.
Dass sie eine Pappbox als ihr Gepäck aufgeben.
Es ihnen auch reicht, 30 Minuten vor Abflug
an den Flughafen zu kommen.
Eine schlecht ausgebaute Bürokratie,
Armut und Unpünktlichkeit ist genau das,
was meinen Kollegen auch zu Eritrea eingefallen ist.
Die zerfledderten Pässe mit den wilden Stempelabdrücken und
den losen Seiten waren schön wie alte Reiseberichte.
Die Pappbox haben sie selbstverständlich und stolz eingecheckt, als
wäre sie von Louis Vuitton.
Die Fahrt zum Flugzeug, bei der ich voll beschleunigen musste/konnte,
hat sie voll Freude in die Sitze gedrückt.
Vielleicht ist es zu spät für Ken, Barbie und mich-
aber ich würds nochmal drauf ankommen lassen.
ist es genau wie mit den Jura Studenten:
man hat gehört, dass die meisten sich für
die legitime Schaumkrone allen Seins halten -
und man will es als guter Mensch erst mal nicht
glauben-
bis man leibhaftig sehen muss, wie Ken und Barbie
mit Segelschuhen und Perlen behaftet ihrem
Oberschichtsleben entgegen taumeln.
Über Eritrea hingegen weiss ich ohne Wikipedia nur,
dass es in Afrika liegt.
Und ihre diplomatischen Pässe aussehen, als
hätten sie für die Herstellung einer Horde
Affen Stempel und Papier in die Hand gedrückt.
Dass sie eine Pappbox als ihr Gepäck aufgeben.
Es ihnen auch reicht, 30 Minuten vor Abflug
an den Flughafen zu kommen.
Eine schlecht ausgebaute Bürokratie,
Armut und Unpünktlichkeit ist genau das,
was meinen Kollegen auch zu Eritrea eingefallen ist.
Die zerfledderten Pässe mit den wilden Stempelabdrücken und
den losen Seiten waren schön wie alte Reiseberichte.
Die Pappbox haben sie selbstverständlich und stolz eingecheckt, als
wäre sie von Louis Vuitton.
Die Fahrt zum Flugzeug, bei der ich voll beschleunigen musste/konnte,
hat sie voll Freude in die Sitze gedrückt.
Vielleicht ist es zu spät für Ken, Barbie und mich-
aber ich würds nochmal drauf ankommen lassen.
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