Sonntag, 8. August 2010

Psychologie der Hundekönigin

Im Mikrokosmos der täglichen Bürobeziehungen offenbaren
sich oft psychologische Anomalien, die interessanter
sind als Begegnungen mit Politiker oder Schauspieler XY.

Die ansonsten über ordinäre Zustände erhabene Chefin, durch
und durch gebildet und eitel, lässt seit Kurzem zwei Hunde auf ihrem
Schreibtisch sitzen.
Die zwei Untergebenen richten den ganzen Tag reglos
ihre Blicke auf die Köngin im Bürostuhl, zollen ihr schweigend
Aufmerksamkeit und Respekt. Wenn es der schwer Nahbaren beliebt,
drückt sie auf eine der Stoffpfötchen -
und die Hundepuppe singt auf Kommando Frank Sinatra und bewegt das
Köpfchen allzu menschlich dazu.
Die infantile Königin bricht in ein lautes Unterschichtslachen aus, greift
das singende Hundeschätzchen und präsentiert es unter Tränen dem Bürovolk.

Das hat die wundersame Vorstellung zwar schon mehrmals beobachten
dürfen, weiß aber das lauwarme Lächeln ernst gemeint aussehen zu lassen.

Ein anderer Kollege ist ganz verfärbt vom täglichem Umgang mit
Bekannten und Reichen und hält sich nun selbst für beides.
Statt eines Dienstleisters sieht er sich als Gönner, der Seinesgleichen
oder gar Minderwertigen in höchsten Maßen entgegenkommt.
Für seine einzige Aufgabe, Kollegen mit flugrelevanten Informationen zu versorgen, fühlt er sich in keinster Weise verantwortlich. Als Zeichen seiner Gunst und Güte lässt er diese nur sparsam und unregelmässig zustellen.

Für seine Arbeit sind profunde Computerkentnisse unerlässlich.
Dass er über keine verfügt, hat er während seines Urlaubs bewiesen.

Auf all unseren Bildschirmen flimmert er und sein Freund, nackt und am
Strand. Nackt und mit Bier. Nackt mit anderen Männern, im Meer, auf Sylt,
stolze Vergleiche mit Fremden, von hinten und von vorne.

Das elektronische Fotoalbum wollte er sicher nur an Eingeweihte schicken und nicht an die Kollegen, dem Chef, dem Vorstand und an über 30 weiteren Adressen.

Nächste Woche endet sein Urlaub und wir erwarten breit grinsend eine neugeborene Demut in ihm.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Money makes the world go round

Vielleicht lag es daran, dass ich mehrere Tage hintereinander
von 04.00 Uhr - 16.00 Uhr gearbeitet und dabei zu wenig
gegessen und getrunken habe, aber letzten Freitag war ich nach der Lektüre zweifelhafter Sekundärquellen davon überzeugt, dass die
Einführung der D-Mark II kurz bevor steht!
(Inzwischen diskutiert auch die Financial Times diese Option,
aber als eine unwahrscheinliche.)

Meinen mageren Überschuß an Geld habe ich deshalb in einer
bedenklich schnell gewachsenen Panik zum nächsten Supermarkt getragen und gegen haltbare Lebensmittel getauscht! Wenn in meinem Unterschichtsviertel erst mal die Mülltonnen brennen, werd ich mir ohne Beistand von einem angesehenen Bandenchef nicht mal eine Suppendose erkämpfen können!

Eingedeckt mit Mehl, Zucker, Salz, Sauerkraut, Kaffee und Würstchen für die
nächste Dekade habe ich das Wochenende über sämtliche Wirtschaftsnachrichten, Kurse und Expertenmeinungen konsumiert. Widersprüchliche Aussagen in absoluter Unübersichtlichkeit haben sich über die Tage wie eine dicke Decke über mein aufgebrachtes Gemüt gelegt.

Inzwischen befinde ich mich in einem taoistischen Zustand, der zum größten
Teil auf meinen gesicherten Nahrungsmittelreserven beruht.

Letzte Woche hat ein Russe 150.000 Euro in bar mit sich geführt und beim deutschen Zoll angemeldet (ab 10.000 Euro ist man dazu verpflichtet).
Der offenkundig unbeeindruckte Zollbeamte:

"where did you get that from?"
... "mixed jobs"
"and what are doing with it?"
...."entertainment"

sprachs und flog nach Paris.

Geld ist nur ein künstlich erschaffenes Konstrukt, eine Illusion,
ein Spiel, das trotzdem unser Leben bestimmt.

Der Russe hat mir gezeigt, dass Geld relativ ist
- und man selbst für den beigemessenen Wert die Verantwortung trägt.

Freitag, 7. Mai 2010

Du weisst, daß du den richtigen Job hast, wenn..

...der Pilot von einem Airbus dir anerkennend das "thumbs up" Signal
gibt, weil du neben ihm in einem Porsche Panamera fährst.

Als ich zum ersten Mal in dem Auto saß, habe ich einige respektvolle
Minuten nur mit Blick auf das Interieur verbracht, das ergonomisch perfekt
auf Männerhände angepasste Lenkrad befühlt und den Duft eines neuen Autos
genossen.

Meine neue Liebe hat soviele Geheimnisse und Funktionen
(der Wrrrrumm-Wrrrrumm Knopf aka Sport Modus),
sie ist so wunderschön und heißbegehrt
(eine Kollegin wollte sie mir heute grundlos und herrisch
abnehmen- BRING IT ON BITCH!),
sie gehört mir!

Die kraftvolle Motorenmusik beim Starten und Beschleunigen geht bis in die
Fingerspitzen und endet in meinen Mundwinkeln als Lächeln. Egal ob
Minister, Prinz oder Mogul, alles bedeutungslos vor ihrem Angesicht.

Das schönste Kompliment, das mir ein alter Russe gemacht hat war,
als er sagte, dass dieses Auto gut zu mir passt.

Ja, ich will!

Samstag, 17. April 2010

FFM

Da die Wolke über den europäischen Flugverkehr herrscht und
mich damit kurzfristig arbeitslos macht, erkunde ich FFM
auf meiner neuen Dealerware, dem gebraucht-geklaut-verkauften Fahrrad!




























Die Wolke

Leider konnte ich heute nicht arbeiten.
Morgen auch nicht.
Blöde Wolke...

Fast wollte ich einen Vergleich zu
dem Buch "Die Wolke" ziehen, aber so schlimm
ist es ja auch nicht.

Tatsächlich feiern ja viele die Wolke als Bezwinger
des Flugverkehrs und den damit verbundenen CO2 Austoss.
Aber keine Sorge: ein Teil wird einfach sofort durch Auto/Bahn
in die Atmosphäre gepumpt, den Rest holen wir nach dem OK
der Flugsicherheit wieder auf!HA!

Statt eines raffinierten Eintrags deshalb ein kurzes aber
kunstvolles Haiku:

Von Ost die Morgensonne
kein Flugzeug
am Himmel nur Asche

Wie geht nochmal der Regentanz?

Samstag, 10. April 2010

Afrika, Afrika!

Obwohl ich kein Freund von Stereotype bin,
ist es genau wie mit den Jura Studenten:

man hat gehört, dass die meisten sich für
die legitime Schaumkrone allen Seins halten -
und man will es als guter Mensch erst mal nicht
glauben-
bis man leibhaftig sehen muss, wie Ken und Barbie
mit Segelschuhen und Perlen behaftet ihrem
Oberschichtsleben entgegen taumeln.

Über Eritrea hingegen weiss ich ohne Wikipedia nur,
dass es in Afrika liegt.

Und ihre diplomatischen Pässe aussehen, als
hätten sie für die Herstellung einer Horde
Affen Stempel und Papier in die Hand gedrückt.

Dass sie eine Pappbox als ihr Gepäck aufgeben.

Es ihnen auch reicht, 30 Minuten vor Abflug
an den Flughafen zu kommen.

Eine schlecht ausgebaute Bürokratie,
Armut und Unpünktlichkeit ist genau das,
was meinen Kollegen auch zu Eritrea eingefallen ist.

Die zerfledderten Pässe mit den wilden Stempelabdrücken und
den losen Seiten waren schön wie alte Reiseberichte.
Die Pappbox haben sie selbstverständlich und stolz eingecheckt, als
wäre sie von Louis Vuitton.
Die Fahrt zum Flugzeug, bei der ich voll beschleunigen musste/konnte,
hat sie voll Freude in die Sitze gedrückt.

Vielleicht ist es zu spät für Ken, Barbie und mich-
aber ich würds nochmal drauf ankommen lassen.

Donnerstag, 8. April 2010



Ostern ist vorbei!



Damit auch die Ferien -
zurück zur Arbeit,
zurück zu mehr Blogeinträgen,
zurück zu interessanten Vorlesungen!

Und hoffentlich den einen oder anderen Kaffee mit Freunden!

Sonntag, 28. März 2010

Opa Jones

Auf den ersten Blick wirkte der kleine Ägypter und
sein italienischer Sekretär (Espresso, Mac Book)
sehr sympatisch.

Der Sekretär war es auch -

Sein Boss, renommierter Altertumsbeauftragter/Archäologe
mit unkontrollierbaren Gefühlsschwankungen, schlüpfte nahtlos von der Rolle
des netten Opa-Indianer-Jones zu der einer Gift und Galle spuckenden Sphinx.

Mit dem Charme eines leicht hilflosen, älteren Mannes
bat er mich, für sein 1000 Euro Jäckchen die nötigen
Formalitäten zu erledigen, um 150 Euro Mehrwertsteuer
zurückerstattet zu bekommen.

Zu seinem großen Mißfallen konnte Geld nicht sofort
und in bar bekommen - der kleine Laden in Hamburg,
bei dem erden Zwirn erstanden hat, verfügt über keinen
Vertrag mit "Global Refund" am Flughafen.

Innerhalb weniger Sekunden mobilisierte der
Ägypter ungeahnte Energien - der Kopf seines
Sekretär sank in einer gewohnten Bewegung
tiefer in den Laptop hinein - und er betrat seine Bühne.

Mit wilden Gesten und lauten Tönen forderte
er Gerechtigkeit für diese Schmach und diesen Frevel-
die ganze Lounge war sein Zeuge!
Die völlig überforderte Ladenbesitzerin in Hamburg
musste ihm augenblicklich am Telefon Rede und Antwort stehen
und ward erst wieder entlassen, als sie genug gedemütigt worden war.

Sein Körper bebte noch nach, als er mit einer nebensächlichen
Bewegung der Hand den Ärger plötzlich wegwedelte -
und liebreizend lächelte.

Sein Sekretär lugte wieder hervor, als die Diva
sich ein wenig erschöpft setzte, und bestellte ihr dann
einen grünen Tee.

Kurz vor dem Abflug zeigte er noch sein schauspielerisches Können als
provinzieller Kamelhändler, als er meinen Einsatz lobte:

"You are good for work!"

Freitag, 26. März 2010

Der beste Moment

Die Verantwortung hebt zusammen mit dem letzten Gast ab,
die Sonne ist schon lange untergegangen,
allein im Kokon des Autos, das neu und nach Leder riecht.

Zurückgelehnt die lange gerade Strecke zurück, ein Lied aus dem Radio.

Am dunklen Himmel kommen große und kleine Lichter näher,
flackern hellweiß direkt neben dem noch schwachen Mond.

Das neue Sternensystem ist wunderschön -

Die Lichter setzen zur Landung an.



Mittwoch, 24. März 2010

Altrocker

Kurz nacheinander, aber zusammenhangslos,
hatten wir zwei Bands bei uns.

Die eine wurde 1973, die andere 1968 gegründet,
beide gelten als einflussreiche Vertreter des
Hard Rock.

Band I

- Wahnsinn im Auge
- betonter Rock-chic
- Alt-Alpha Männchen Gehabe
- Primadonnen
- nicht zu erkennen ohne Make-up
- ist seine Zunge wirklich so lang?

Band II

- Jeans und Turnschuhe
- grüner Tee und Pretzel
- haben die Lounge mit klassischem Gitarrenspiel unterhalten
- nette Papis
- Bandname ist eine Anspielung auf LSD
- die meisten kennen nur ein Lied: Smooooke on XXX...

Wer ist Band I /Band II ? :-)

Sonntag, 21. März 2010

Masterplan

Vor kurzem habe ich einen interessanten Artikel
gelesen, wie sich Deutschland (Frankreich, England)
angeblich die "armen" EU-Länder systematisch unterjochen:

Im Gegensatz zu Agrarländern wie Griechenland oder Spanien stehen
wir oben in der Wertschöpfungskette und verkraften eine starke Währung.

Griechen/Spanier produzieren keine Produkte, die es nirgendwo
sonst gibt- um am Weltmarkt eine Chance zu haben, müssten sie
ihre Währung niedrig halten.
Geht aber nicht, weil sie dank Euro eine Inflation ihrer
"Landeswährung" nicht mehr einleiten können.
Plus: in der Eurozone müssen sie deutsche Produkte ohne
Zoll reinlassen.

Und nun wirds interessant: durch den niedrigen
Leitzins der Eurozone wird ihnen praktisch beliebig
viel Geld zur Verfügung gestellt.

Ich fasse zusammen:
Sie werden ihre Produkte nicht mehr los, weil sie
ihre Währung nicht billiger machen können, gleichzeitig
können sie sich unbegrenzt Geld leihen.

Und was haben WIR davon? Das:

"European states are borrowing money (mostly from Germany) in order to purchase imported goods (mostly from Germany) because their own workers cannot compete on price (mostly because of Germany)." STRATOR, 16.10.2010

Hört sich an, als würden wir uns da ein paar Sklavenstaaten halten,
die hoffnungslos abhängig und verschuldet sind.

Ich dachte eigentlich, dass das viel zu simpel ist, um
wahr zu sein.
Gestern konnte ich den Gouverneur der XXX Nationalbank fragen,
was er von dieser These hält.

Die grinsende Antwort:
"You know, the best plan is simple"

Donnerstag, 18. März 2010

5 Minuten

Wie verscherzt man es sich in 5 Minuten mit einer Kollegin?

So:

In einem Gespräch über gefährliche Stadtviertel war ich
mit unserer Putzfrau Loungefee einer Meinung-
als Frau muss man besonders nachts vorsichtig sein!

Meine dralle blonde Kollegin mit den beerenpinken
Lippen erwiedert in einem Ton, der uns wehrlose
Zimperlichkeit attestiert:

Wieso das denn? Ich geh sogar in XXX nachts allein raus!

Ja-haaa, sage ich, mich kann man aber leider
mit einer Hand über die Schulter werfen....

Die beerenpinken Lippen verwandeln sich in
einen dunklen Strich und der ungesagte Satz hängt
in der Luft:

...und du lässt dich zur Not einfach auf
deinen Hintern fallen!!!

Das Ungesagte wiegt schwerer als das Gesagte,
und wie kann ich mich aus etwas herausreden, das
niemals meinen Mund verliess?!

Als sie kurze Zeit später demonstrativ nach
etwas Essbarem verlangte, konnte ich dem Impuls,
ihr etwas von der Obstplatte anzubieten, zum Glück
widerstehen.

Mittwoch, 17. März 2010

Mein Assistent

"Ohne Assistent kann ich nicht mehr arbeiten!"

Der Gedanke kam mir schon kurz nachdem ich heute
den Praktikanten Till Tick unter die Fittiche genommen habe.

Die verfrühte Maschine ist schon gelandet, als ich Till hinter mir herreiße.
Nach einem gewagten Parkmanöver direkt neben
dem Flugzeug springen wir aus dem Auto,
rennen unter den noch laufenden Turbinen hindurch,
am Bodenpersonal und der riesigen Brücke vorbei zum Terminaleingang.

Till lacht und japst gleichzeitig,
bis wir erkennen, dass das nicht die richtige Maschine
ist-

EIN FUCKING GATE CHANGE?!-

Der Einsatzleiter gibt mir am Telefon die neue Position durch.

Ohne Gefühl für Tod und Strafe schleudere
ich uns im Auto der neuen Position entgegen-
Till wirft begeistert die Arme in die Luft und jauchzt -
wieder hechten wir dem Terminal entgegen-

und es ist NICHT die richtige Maschine!

Ich kann das Schulterzucken des Einsatzleiter
am Telefon hören, als er sagt, er hätte sich vertan...

Tills ungläubiges Gesicht, das sich in
meinem spiegelt, weiss nicht, was es
von diesem Spiel halten soll, kann nicht anders und bricht lachend aus.
Ich stimme panisch mit ein und renne mit ihm zum wenige Meter entferntem,
richtigem (!) Gate - die Maschine rollt jetzt heran.

"Till! Lauf nicht weg! Bleib am Gate und halte das Schild
hoch! Ich komme und hol euch ab! Halte den Gast auf
und BLEIB HIER!"

Die Intensität des Moments lässt uns zu Guerilla-
kriegern auf feindlichem Flughafengebiet werden!

Ich muss das Auto holen, sonst kommen wir hier nie wieder lebend raus!!!

Unter Auferbietung letzter Kräfte erreiche ich
das Auto und fahre meinem tapferen Kameraden entgegen,
den Gast an seiner sicheren Seite -

und lache jauchzend.

Dienstag, 16. März 2010

The Snob Thing

Wenn man eine Weile beim VIP Zirkus mitgemacht
hat, erkennt man zwei konträre, sich zyklisch abwechselnde
Zustände:

a) Man wird zum Snob:

Selbst der ungeschlachteste Kfz Mechaniker aus
Berlin Kreuzberg wird - nach ein paar Wochen
Weichspülgang in der klimatisierten, bedufteten,
stets sauber eleganten VIP Lounge -
seinen Premium Earl Grey mit gespreiztem kleinen Finger trinken.
Sich einen Burberry Schal umlegen.
Plötzlich einen britisch-englischen Akzent pflegen.
Die Economy Passagiere verachten.
Den Schweiß der harten Arbeit mit einem Seidentüchlein wegtupfen.

Ihr wisst, woraus ich hinaus will. Liste endlos fortzuführen.

b) Man wird bodenständig:

Wenn ein Dalai L. so oft in ebendieser Lounge ist, dass man
meinen könnte, er wird dafür bezahlt -
der Päsident von Twentieth Century Fox sich die Klinke
mit Dokyo Hotel gibt - verliert man leicht jegliche
Scheu.

Bis man sich dabei ertappt, wie man einem internationalen
Würdenträger jovial auf die Schulter kloppt - und dann
wieder etwas mit dem Mechaniker aus Berlin Kreuzberg
gemein hat.

Samstag, 13. März 2010

Celebrity Baby

Erinnert ihr euch an die Tearjerker Episode von
Family Guy?

Zitat: Oh look, Sharon Stone's baby is afraid of her. Just like the rest of us.

Kolin Ferel´s Frau hingegen macht es richtig.

Ihr Kind heisst nicht Brawley King (Nick Nolte), Fifi Trixibelle
(Bob Geldof) oder Pilot Inspektor (Jason Lee; WTF!!),sondern
Henry.

Henry braucht keine Angst zu haben, denn seine Mutter ist
die schönste und liebevollste, die ich je gesehen habe.
Gut für Henry, denn Daddy hat eine Affinität für
Schlägereien und Alkohol.

Ich hoffe, die Mama weiß wenigstens, wie man Iren Angst macht.

DJ Gepäck

Schon vor dem Abflug aus Berlin der Anruf:

-Bitte achten Sie darauf, dass sein Gepäck mit auf der
Maschine nach Dublin sein wird!

DJ Paul van Dick hat sein Arbeitswerkzeug argwöhnisch
der Lufthansa übergeben, das von dort an getrennt von ihm
die Reise Berlin- Frankfurt - Dublin antreten wird.

Seine persönliche Assistentin ruft in kürzer werdenden
Abständen an, um sich nach Paul und dem Gepäck zu informieren.

Auch Paul fragt: Ist mein Gepäck an Bord?

Die zum ungezählten Male gleiche Floskel lullt ihn dankenswerterweise
ein. Die Assistentin aus Berlin wird in die Dauerwarteschleife
gesetzt. Meine Kollegen rollen die Augen über soviel falsche Sorge.

Er steigt als Erstes in die Maschine nach Dublin.

-Ist mein Gepäck auch an Bord?

Keine Sorge und Guten Flug!!

Persönlich frage ich dennoch den Gepäcklademeister vor Ort.
- Ja ja, ist auf dem Weg.

Die letzten Passagiere steigen ein. Der Tank ist voll.
Bodenpersonal entfernt sich. Die erste Luke wird
geschlossen.

Der Lademeister zuckt die Achseln:
- Kommt nicht mehr rechtzeitig!

Ich hechte auf die Treppe zur Maschine, schreie der bedauernswerten
Stewardess die Hiobsbotschaft zu, schmeisse die Tür
in die Angeln, springe von der Treppe -

und dann der überaus majestätische Anblick einer unanhaltbaren,
sich entfernden Maschine in den Himmel.

Freitag, 12. März 2010

BND und N.N.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) war da.
In Gestalt eines großen, fetten, weißen Mannes.

Nur in natureigenen Gestank, in einem schlechten
Anzug mit schlechter Haut.
Diese Gestalt bewegt sich allein durch seine schiere
Masse über alle Schranken, Behörden und Sicheheitschecks
hinweg, ausgestattet mit einer unbegreiflichen, verodneten
Autorität von einer ebenso hässlichen Organisation.

Der Grund seines unerwünschten Auftretens,
unvergleichlich selbstverständlich und
dreist, war ein N.N. - ein No Name.
Die Reisen eines No Name müssen den Augen der Öffentlichkeit
entzogen werden. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig -
aber meist schlecht.
Wenn Anonymität für die Masse
Schutz sein kann - um seine Meinung frei zu äussern - so ist sie
für Puppenspieler bestenfalls feige Tarnung.

So war es einfach, N.N. der schmierigen Obhut
des BND zu übergeben.
Eine widerlich stimmige Vereinigung.