Mittwoch, 19. Mai 2010

Money makes the world go round

Vielleicht lag es daran, dass ich mehrere Tage hintereinander
von 04.00 Uhr - 16.00 Uhr gearbeitet und dabei zu wenig
gegessen und getrunken habe, aber letzten Freitag war ich nach der Lektüre zweifelhafter Sekundärquellen davon überzeugt, dass die
Einführung der D-Mark II kurz bevor steht!
(Inzwischen diskutiert auch die Financial Times diese Option,
aber als eine unwahrscheinliche.)

Meinen mageren Überschuß an Geld habe ich deshalb in einer
bedenklich schnell gewachsenen Panik zum nächsten Supermarkt getragen und gegen haltbare Lebensmittel getauscht! Wenn in meinem Unterschichtsviertel erst mal die Mülltonnen brennen, werd ich mir ohne Beistand von einem angesehenen Bandenchef nicht mal eine Suppendose erkämpfen können!

Eingedeckt mit Mehl, Zucker, Salz, Sauerkraut, Kaffee und Würstchen für die
nächste Dekade habe ich das Wochenende über sämtliche Wirtschaftsnachrichten, Kurse und Expertenmeinungen konsumiert. Widersprüchliche Aussagen in absoluter Unübersichtlichkeit haben sich über die Tage wie eine dicke Decke über mein aufgebrachtes Gemüt gelegt.

Inzwischen befinde ich mich in einem taoistischen Zustand, der zum größten
Teil auf meinen gesicherten Nahrungsmittelreserven beruht.

Letzte Woche hat ein Russe 150.000 Euro in bar mit sich geführt und beim deutschen Zoll angemeldet (ab 10.000 Euro ist man dazu verpflichtet).
Der offenkundig unbeeindruckte Zollbeamte:

"where did you get that from?"
... "mixed jobs"
"and what are doing with it?"
...."entertainment"

sprachs und flog nach Paris.

Geld ist nur ein künstlich erschaffenes Konstrukt, eine Illusion,
ein Spiel, das trotzdem unser Leben bestimmt.

Der Russe hat mir gezeigt, dass Geld relativ ist
- und man selbst für den beigemessenen Wert die Verantwortung trägt.

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