Wenn man eine Weile beim VIP Zirkus mitgemacht
hat, erkennt man zwei konträre, sich zyklisch abwechselnde
Zustände:
a) Man wird zum Snob:
Selbst der ungeschlachteste Kfz Mechaniker aus
Berlin Kreuzberg wird - nach ein paar Wochen
Weichspülgang in der klimatisierten, bedufteten,
stets sauber eleganten VIP Lounge -
seinen Premium Earl Grey mit gespreiztem kleinen Finger trinken.
Sich einen Burberry Schal umlegen.
Plötzlich einen britisch-englischen Akzent pflegen.
Die Economy Passagiere verachten.
Den Schweiß der harten Arbeit mit einem Seidentüchlein wegtupfen.
Ihr wisst, woraus ich hinaus will. Liste endlos fortzuführen.
b) Man wird bodenständig:
Wenn ein Dalai L. so oft in ebendieser Lounge ist, dass man
meinen könnte, er wird dafür bezahlt -
der Päsident von Twentieth Century Fox sich die Klinke
mit Dokyo Hotel gibt - verliert man leicht jegliche
Scheu.
Bis man sich dabei ertappt, wie man einem internationalen
Würdenträger jovial auf die Schulter kloppt - und dann
wieder etwas mit dem Mechaniker aus Berlin Kreuzberg
gemein hat.
jaja, die armen und simplen Menschen! Wie gut, dass sich jenseits aller selbst-initiierten kognitiven Dissoziation, immer noch so viele animalisch geprägte Mechaniker im Tohuwabohu der standardisierten Gepäckannahme verlieren, um den Unterprivilegierten das Leben noch schwerer zu machen;)
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